„Muss ich die kennen?“ Diese Frage dürfte hierzulande eine der meistgestellten Fragen – quasi eine „trending question“ – der letzten Tage gewesen sein. Neben der, ob die Farbe Rot in der Flagge Jamaikas vorkommt, wo es den Schal von Jogi Löw zu kaufen gibt oder wie Heidi Klum in Zukunft heißen wird. „Trending answer“ ist übrigens „Nein!“. Also nicht auf die Frage von Heidi Klums künftigem Nachnamen, sondern auf die eingangs erwähnte nach dem Bekanntheitsgrad einer Herta Müller und – seit gestern – einer Kathrin Schmidt. Mit „dt“ übrigens. Und „h“. So wie Herta eben ohne „h“.
Wurde letzte Woche bekannt, dass die für die meisten Deutschen unbekannte Herta Müller in diesem Jahr den Literatur-Nobelpreis bekommen wird, bekam gestern an Kathrin Schmidt den Deutschen Buchpreis 2009 verliehen. Und hat Müllers Nobelpreis die literarische Welt ordentlich ins Wanken gebracht, geht die Verleihung des Deutschen Buchpreises 2009 dabei fast unter. Analog zum Preisgeld: Kathrin Schmidt bekommt mit ihrem Buch „Du stirbst nicht“ nun nur geschätzte 2,5 Prozent der Müller’schen Aufmerksamkeit. Ich hoffe für Kathrin Schmidt nun, dass sich ihr Buch nicht auch 40 Mal weniger verkauft als Herta Müllers aktuelle „Atemschaukel“, gegen das sich „Du stirbst nicht“ immerhin durchgesetzt hat.
Obwohl ich letztlich beide nicht beurteilen kann – denn gekannt habe auch ich beide Autorinnen samt ihrer Bücher vorher nicht… Allerdings werde ich sie Ende der Woche auf der Frankfurter Buchmesse dafür umso häufiger sehen… So, und mit diesem Einsgeständnis ist das inzwischen ausgetretene Thema Buchpreis für 2009 in den Dünen abgeschlossen. Und die Frage nach Jogi Löws Schal bleibt unbeantwortet. Pech!


War Herta Müller in Deutschland wirklich so unbekannt?
Für die meisten schon, ja.
Ach, Buchpreis ist nicht die Kohle, die man überweist, damit der Urlaubsflieger einen mitnimmt?
Doch, sowas ähnliches. Damit hat dann auch die „Buchpreisbindung“ zu tun…