Kenner wissen es einfach, was ein gutes Buch ist. Anderen wird die Erkenntnis im Schlaf gegeben und wieder anderen ist es wurscht… die lesen alles. Wer nicht zu den erwähnten Auserwählten zählt, muss eben durch subtilere Methoden auf ein Buch, auf DAS Buch aufmerksam gemacht werden. Da hinterlässt etwa der Umschlag Narben auf der Retina, es werden Dinge wie der „Deutsche Buchpreis“ gestemmt oder aber… : ein bescheuerter Buchtitel muss her. So bescheuert, dass der sogar wieder preisverdächtig ist. Kein Wunder also, dass Leser und Buchhändler auch 2009 von Schotts Sammelsurium und BuchMarkt aufgerufen werden, den „Kuriosesten Buchtitel“ zu benennen.
Bevor mir irgendjemand ein Ei in den Sand legen will: Mitnichten behaupte ich, dass jene Bücher, die sich zunächst einen Platz in der „Kuriosester Buchtitel“-Vor-Auswahl – neuliterarisch: Longlist – und später in der Endauswahl – oder: Shortlist – sichern, nur durch ihren Titel bestechen. Schließlich kann ich das nicht beurteilen. Wenn ich einen Blick auf die endausgewählten Werke des vergangenen Jahres werfe, dann muss ich feststellen: Ich habe keins gelesen. Weder den Sieger „Begegnungen mit dem Serienmörder. Jetzt sprechen die Opfer“ von Stephan Harbort, noch einen Richard David Precht mit seinem „Wer bin ich und wenn ja wie viele?“. Obwohl letzteres immerhin im Dünenregal steht.
Ich glaube, dass ich tatsächlich guten Gewissens behaupten kann, noch nie ein Buch anhand seines Titels ausgewählt zu haben. Jetzt ist die Frage, wie sich ein Buch ins Bewusstsein seines potenziellen Lesers schleicht, ein äußerst alter Hut. Dennoch immer wieder spannend, zur Reflektion geeignet. Bei meinen jüngsten Buchkäufen lag’s a) am mir bekannten Autor, b) an einer Empfehlung oder c) am angerissenen Inhalt. Was, zugegeben, auch nicht immer der Bringer ist… Wie dem auch sei: Wer von Euch geschätzten Mitwanderern nun beim Amazon bei seiner Buchhandlung des Vertrauens einen kuriosen oder gar bescheuerten Buchtitel eines 2009er-Werks entdeckt, der sollte bis Ende August Eckart von Hirschhausen, Katja Kessler oder Alexa Hennig von Lange Bescheid geben. Die üben sich nämlich als Jury beim „Kuriosesten Buchtitel“. Und werden dann bei der Frankfurter Buchmesse des Sieger küren, die geschmackvolle Urkunde verleihen, die sich ein Autor sicherlich voller Stolz ins, äh, … Klo hängen wird…

