Jetzt muss ich doch nochmal auch Tante Elke zurückkommen. Ihr wisst schon, die Stakkato-Zunge mit diesem ganzen Bücher-Gedöns. Eines ist diese rührige Frau nämlich wahrlich nicht: ein orchideenmedialer Suppenkaspar 2.0. Eine Verweigerungshaltung gegenüber dem Internet scheint ihr fremd. Das ist zwar kein Einzelfall in der Generation 60+ (ich kenne beispielsweise diesbezüglich einen ganz reizenden Fall…
), wohl aber auch (noch) nicht die Regel. Gut, Tante Elke verweigerte sich in der Vergangenheit schon genug. Beispielsweise dem ZDF. Vor und auch nach ihrem Rauswurf. Das steht aber auf einem anderen Blatt, das sie allerdings gerne immer wieder hervorzerrt. Zuletzt in der aktuellen „Lesen!“-Ausgabe mit Gast Stefan Aust. Wo? Im Internet selbstverständlich. „Ich bereue nichts“, zitiert sie dabei Edith Piaf. Gott sei Dank singt sie nicht, die Elke…
Ihr neuester internette Umtrieb steht seit gestern online. Im „Stern“. Frau Heidenreich als neue stern.de-Kolumnistin. Einmal im Monat will sie dabei „das Geschehen in der Literatur“ kommentieren. Ach ne, welch Überraschung. Schön, wenn sie ihre Texte gleich mehrfach verwerten („…nach mir keine Kochsendung…“), dabei ihr „Netzwerk“ erweitern und alle ihre Projekte sukzessive – wie heißt das nochmal – „verlinken“ kann. Auch das ging einst beim ZDF nicht so leicht, ohne dass die Intendanten-Keule kam.
Nun schreibt sie also über Ruth Moschners Möpse (Zitat: „welche auch immer…“), über „Bitterfotze“ und „Blindfisch“ und über Trutschen-Literatur. Schön. Zumindest für Tante Elke. Auch wenn ich ihre „Lesen“-Sendung schätze – zum Stern-Leser werde ich dadurch sicher nicht. Auch nicht im Orchideenmedium.


Da gucke ich lieber eine Wiederholung von von der Lippes „Was liest du?“