Axel Hacke lädt ein. Die ganze Verwandtschaft seines Kumpels Wumbaba. Zu sich nach Hause, bzw. eher in seinen zwar wenig pitoresken aber ungleich interessanteren und unterhaltsameren „Wortstoffhof“. In diesen Sammelbetrieb wiederverwertbarer Wörter, Wortfetzen, Sätze oder Satzzeichen. Das ist, wohlgemerkt, kein Müll, diese Überbleibsel vom Sprachbasteln. Der Süddeutsche-Autor, Schriftsteller und Kolumnist sammelt in seinem Buch gewordenen Hof vielmehr eigenwillig übersetzte Speisekarten, rästelhafte Schilder, falsch getrennte Wörter und noch jede Menge mehr aus der Welt eines Altwörterhändlers. Oder eher Verwahrers. Er selbst sagt dazu, es geht um den „Spaß am Valschen, die Poesie des Irrthums, die Freude an der Fehlleistunck.“ Keineswegs gehöre er, der Autor, aber zu denen, die deutsche Sprache „pflegen“ wollen, „als sei sie ein Patient“. Und grenzt sich damit von Sick’schem Sprachhütertum ab. Er wolle mit seinem Wortstoffhof in neue Sprachdimensionen vorstoßen, die durch das Falsche bereichert wird. Übersetzt: Axel Hacke will einfach nur unterhalten!
Und das tut er denn auch mit seinem neuesten Werk, dessen kurze, alphabetisch geordnete Sprachgeschichten von „A“bsätze (und nicht, wie vorne vermerkt, von „Äh“) bis „Z“eitfenster ein kurzweiliges Lesevergnügen bescheren. Manches entlockt dem Leser ein lautes Glucksen, manches ein Schmunzeln, einige wenige Episoden entlarven Herrn Hacke dann doch als kleinen Korinthenkacker. Sei’s drum. Denn wer hier liest, kann häufig mitreden, kennt „Bahnsprech“, Stoiber als den Großmeister des „Äh“ oder die „Trauerpumpe“ ganz genau.
Fazit: Der „Wortstoffhof“ ist ein lohnendes Ausflugsziel all derer, die unterhalten und nicht belehrt werden wollen. Axel Hackes 223-Seiten-Buch ist kurzweilig, aber nicht langlebig. Denn vieles von dem, was hier zu lesen ist, hat sich einen Moment später gut in dirversen Hirnwindungen versteckt. Und kommt vielleicht erst dann wieder zum Vorschein, wenn man in einem Ristorante in Rimini sitzt und „Ausgemachtenudeltucke mit kleine Gemüse“ serviert bekommt.
Das Buch:
Axel Hacke
„Wortstoffhof“
Verlag Antje Kunstmann, 233 Seiten
ISBN: 978-388897-5080
16,90 Euro
Axel Hacke im Zwischennetz.
Axel Hacke bei Wikipedia.
Nachtrag 12. August: Interessante Speisekarten, die findet man wohl überall auf der Welt. Und nicht nur Axel Hacke macht das eindrücklich klar. Auch Frau Buchstäblichs Beweisführung ist vorbildlich.


Oh, Herr Hacke hat ein neues Buch heraus gebracht! *freu*
Das kommt gleich auf meine Wunschliste.
Ein sehr serviceorientiertes Blog führen Sie hier, Herr Dünenwanderer!
[verbeugtsichartigundistmalgarnichtspitzfindig] Dankeschön, Frau Schildmaid!
Axel Hacke und ich in einem Beitrag? Oder das mag?
Wir behalten das einfach für uns, okay?
Ups: „Oder“ = „Ob der“
Gut, wenn Du nichts sagst ,sage ich auch nichts.