Der Puffbohne vergeht das Grinsen
6. Mai 2008 von Micha
Meine Güte, muss das ein Horror gewesen sein. 82 Maskottchen von was auch immer veranstalteten am Wochenende ein Massengrinsen im Eifelpark kurz vor Luxemburg. Da zieht es selbst Florian Silbereisen die Mundwinkel nach unten und Kinder werden massenhysterisch. Nicht wegen Silber-Flo, sondern ob solch plüschigem Fröhlichkeitsschock. Die Kunstpelz-Figuren kamen übrigens zur Verlobung der Park-Maskottchen: “Petz” und “Petzi”, zwei Bären mit dämlichen Mützen aufm Fell, feierten Verlobung. Glückwunsch!
Gleichzeitig wollten die Parkbetreiber einen Weltrekord im Massen-Maskottieren aufstellen. Dazu hätten sie 120 Maskottchen gebraucht - verschiedene versteht sich, sonst hätten sie ja einfach ihren Park-Shop leeren können. Schade, war leider am Ende zu wenig Plüsch. Doch eine Ursache des Versagens wurde schnell gefunden: Die bunten Fußball-Bundesliga-Stimmungsmacher fehlten, die hatten derweil Dienst im Stadion. Dabei wäre es - zumindest teilweise - so einfach gewesen. Der Eifelpark ist schließlich auch ein “Tiergefängnis”. Da hätte sich doch bestimmt ein Ziegenbock als Freiwilliger gefunden, rot-weißes Kleidchen um, fertig ist Köln-Meckerer Hennes. Oder man deklariert irgendeinen vorbeifliegenden Habicht zum Adler-Maskottchen der Frankfurter Eintracht. Ruckzuck wären es 84 gewesen. Meine Güte, waren die einfallslos.
Gut, Goleo, der halbnackte Löwe der WM, ist halt leider bereits in Rente. Das wissen die Leute. Da hätte es nix genutzt, stattdessen einem Kurt Beck, so er denn eingeladen war als SPD-Maskottchen, die Hosen auszuziehen und ihm eine Doppelrolle zuzuschustern. Und die Comic-Figuren der anstehenden EM, Fix und Foxi Trix und Flix, müssen eben in Österreich ein bisschen Lust auf Fußball machen, weil der Ösi-Fußball selbst so fad ist. Was soll’s, hat halt am Ende nicht sollen sein mit dem Weltrekord. Vielleicht verging dadurch einigen das Dauergrinsen. Aber dafür wissen jetzt ein paar Leute mehr, dass selbst die Energieversorgung Sylt ein Maskottchen hat: den “Wassertropfen”… Fast noch doller treibt’s die Stadtverwaltung Erfurt, die schickte nämlich ihre einst essbare “Puffbohne” in den Park… Himmel, braucht’s denn wirklich sowas?
Lassen wir uns überraschen, welche fröhlichen Marketing-Meisterleistungen beim nächsten Weltrekordversuch auf uns warten. Dann, wenn “Petz” und “Petzi” endlich endgültig einen Deckel auf ihre Liebe machen - und heiraten.