Posted by: Micha | 18. Mai 2008

Florian löscht im World Wide Web

Ich muss sagen: Respekt! Beim jüngsten Video der Neckargemünder Feuerwehr hatte ich bezweifelt, dass ein Sechs-Minuten-Tatütata auf freier Straße besonders öffentlichkeitswirksam ist. Ich schaute mir die sechs Minuten dennoch komplett an. Nur wenige Tage danach gelang den Floriansjüngern jetzt eine echte Netz-Perle. Diesmal nur 2:18 Minuten lang. Nette Hintergrundmusik, Überblendtechnik, innovative Kameraführung ;-) und ein Spannungsbogen, der seinesgleichen sucht. Wie gesagt: Respekt! Ich wollte sofort aufspringen und einen Wasser über meinen Laptop kippen. Konnte mich aber bremsen. Denn ich bin ja garnicht bei der Feuerwehr. Außerdem erinnerte mich das Brandhaus irgendwie an mein eigenes Wohnzimmer. Nur so ein schönes Heidelberg-Poster habe ich nicht. Naja, die jetzt auch nicht mehr. *Seufz*.
Und trotzdem bleiben am Ende Fragen.
1. Hat die Polizei den fiesen Brandstifter? Ich könnte ein Phatombild anfertigen. Der hatte so blaue Hosen mit gelben Streifen dran an. Und ist plötzlich verschwunden. Im Nichts.
2. Warum löschen die Jungs nicht von vorne. Die haben doch zur Terrasse offen gelassen. Nein, die müssen natürlich mit der Axt durch die Tür. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht…
3. Warum steht ein Grill neben dem Haus? Haben die Brandermittler den schon untersucht?
4. Wieso verschwinden auch die Leute im Hintergrund im Nichts?
5. Wer singt da die ganze Zeit?

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Posted by: Micha | 16. Mai 2008

Kreuzchen gegen die Krise

“Ey Alda, was soll isch ankreuze?” Diese Frage stellen sich genau in diesem Moment unzählige Jugendliche. In Heidelbergs Schlafstadt Eppelheim. Ein einstiges Maurerdorf übrigens. Darf man aber nicht sagen, sonst fühlen sich die Eppelheimer Handwerker gemobbt gegenüber der geistigen Elite in der Traditions-Unistadt. Psst! Nix da von wegen goldenem Boden… Aber zurück zu den Jugendlichen. Mit denen hat die Stadt ein Problem. Sie randaliert, pöbelt und säuft zuviel. Die Jugend, nicht die Stadt. Die Polizei kann dagegen nix machen, die sind zu wenige und außerdem abends und nachts im Feierabend. Büroarbeit macht schließlich müde. Also müssen sozialpädagogische Streetworker ran, die dem randalierenden Mob Gesprächsangebote machen sollen. “Kevin, das war war jetzt aber nicht nett, dass Du die Wodka-Flasche ins Schaufenster geworfen hast. Darüber müssen wir mal reden…” Ein “Krisen-Interventionsteam” soll helfen, die Situation in den Griff zu bekommen - nein, nicht in Burma, Afghanistan oder dem Irak, sondern im Krisenzentrum Eppelheim.

Dazu wurden eigens an der Uni (aus der elitären Nachbarstadt) Fragebögen entwickelt und nun verschickt. An die Jugendlichen. Die, die lesen können, stehen also nun vor einem Problem, rund 20 Kreuzchen machen zu müssen. Zu so subtilen Fragen wie: “Ist es in Ordnung, einem unsympathischen Menschen das Auto zu zerkratzen?” Oder, für Kevin frei übersetzt: “Isses fett, wenn Du vollgesoffen Stress machst?” Die Jungs und Mädels können zwischen 5 Antwortvarianten von “Trifft zu” bis “Trifft nicht zu” wählen. Was die drei Möglichkeiten in der Mitte sollen? Uni-Geheimnis.
Der schäubleeske Hammer an der Sache: Die Jugendlichen werden gebeten, ihren Namen und ihr Geburtsdatum angeben. Weil: Nach dem Streetworker-Einsatz wird in einem halben Jahr nochmals befragt, werden die gleichen Fragen erneut gestellt. Und vielleicht hat ja die Gehirnwäsche das Gesprächsangebot genutzt und Kevin schmeißt die Wodka-Flasche nach dem Auf-Ex-Trinken jetzt plötzlich in den Altglascontainer. Damit man die Kevin-Fragebögen einander zuordnen kann, braucht’s die persönlichen Daten. Klar, ne. Mit unserem Innenminister hat das selbstredend nichts zu tun, die Daten werden anschließend sofort gelöscht. Sicher.

Jetzt wird unserer Jugend ja viel Blödheit nachgesagt, aber so bescheuert ist sie nun auch nicht. Erst sollen sie durch ankreuzen deutlich machen, dass sie unsere gewaltbereite, versoffene und verkommene Zukunft sind und dann noch ihren Namen dazuschreiben? “Ey Alda, sin die schwul odda was. Die checke nix, odda?”

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Posted by: Micha | 15. Mai 2008

Poesie am Bülowbogen

“Jetzt schmeiß doch endlich mal die alten Dinger weg. Was willst Du denn damit noch.” Meine sonst so kluge Freundin kann manchmal auch ein wenig unsensibel sein. Schließlich soll ich meine alten Poesie-Alben in die Tonne kloppen, sagt sie. Die, die seit unserem Umzug immer wieder den Weg auf meinen Schreibtisch finden. Von ganz allein. Dabei lohnt ein Blick ins Innere allemal.

Ich besitze sogar zwei von diesen Schätzen. Naja, ein richtiges Poesie-Album und eines mit dem Titel “Das ist meine Schulklasse” und ein paar Jungs und Mädels drauf, die wie Illustrationen von “Hanni und Nanni” oder “Burg Schreckenstein” aussehen. Aber dazu später. Mein eigentliches Poesie-Album ist ein besonders hässliches. Quasi mit maskuliner Note. Statt Blümchen oder Pferden drauf hat es einen psychodelischen Einband mit blau-schwarz-rot-orange-lila-hellblauem Muster. Aber ein Sicherheitsschloss besitzt es auch. Nur keinen Schlüssel mehr. Seufz.

Drinnen verbergen sich wahre Kostbarkeiten präpubertäter Dichtkunst. Da ist von Möpsen und Haferstroh, Rosen und Vergissmeinnicht oder drei Kirschen die Rede, die ein Pfund wiegen sollen. Klar. Verstanden habe ich das Geschreibsel bis heute nicht. Ein Höhepunkt ist übrigens der Beitrag von Franz-Josef. Nicht des Inhalts wegen, sondern weil Mutters Liebling ihrer Ansicht nach wohl keine poesiealben-konforme Handschrift besaß und sie deshalb alles mit Bleistift vorschrieb. Man sieht’s auch fast 30 Jahre danach noch. Peinlich ist mir dagegen der Eintrag meiner einstigen Verehrerin Astrid. Die hatte über jedes “i” ein Herzchen gemalt, zum Abschluss steht “dem lieben Micha”. Das “lieben” habe ich irgendwann durchgestrichen. Aber dann, nach harschen Protesten, wollte ich den Strich wieder “rauskillern” (ist das Wort “Tintenkiller” überhaupt noch erlaubt?). Liebe Astrid, es tut mir leid! Ehrlich. Rüpel, ich.

Später, im Gymnasium, kam dann das erwähnte “Klassen”-Buch zum Einsatz. Und da ging’s richtig zur Sache. Keine wachsweichen Sprüche mehr, harte Fakten sollten da rein. Adresse, Telefonnummer, Liebelingsmusik, eben alles, was man wissen musste. Von den Mädels. Insgesamt ergab das dann ein wunderbares Abbild der 80er. Kaum ein Mädchen, das nicht gerne Enid Blyton gelesen hat, kaum ein Junge, der sich nicht für die “Drei ???” begeistern konnte. Und die Musik erst: 90 Prozent fanden Nena toll, den Rest teilten sich die Flying Pickets, Trio oder Reinhard Mey. Wer Duran Duran hörte, galt schon als Rebell. Auch eine Ode an das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist dieses Zeitdokument: Dieter Hallervorden, Otto, Mike Krüger oder, Achtung, Günter Pfitzmann tauchen da als Lieblingsstars auf. Kinder, Kinder, da war die Welt rund und den Bülowbogen und bei den drei Damen am Grill noch in Ordnung.

Und diese Schätze soll ich nun also wegwerfen? Nie im Leben. Ich ziehe jetzt erst mal den Nippel durch die Lasche und suche den verschollenen Schlüssel. Dann gehe ich auf den Markt und lasse mir drei Kirschen geben. Und wehe, die wiegen nicht ein Pfund.

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Posted by: Micha | 14. Mai 2008

Orchideenmedium: Quelle Maileur

Das Telefon klingelt. Das Redaktions-Sekretariat läutet an. “Haben Sie meine Mail bekommen?”, fragt mich die Dame am Rohr. “Nö, wann haben Sie denn die geschickt”, frage ich gegen, während ich bereits im E-Mail-Eingang multitaske. “Gestern.” Nix da, weit und breit nix. “Das ist aber komisch”, grübelt sie, “ich hab’s wirklich gestern morgen in die Hauspost gegeben…”

Es ist eine Arbeitsszene, die sich in regelmäßigen Abständen aus hinteren Hirnregionen schmerzlich in mein Bewusstsein drängt - meist, wenn ich jene Sekretärin im Flur treffe. Oder wenn mich Mikel mit seinem Link zu “The Daily Mo” daran erinnert. Die Dame - die Sekretärin, nicht Mo - hat stets den perfekten Ich-druck-die-Mail-aus-und-schick-sie-per-Post-Gesichtsausdruck: Selig lächelnd hält sie den Yogi-Tee in der Hand, träumt von blühenden Wiesen, über sie mit Blumen in den Haaren schweben kann. Ich glaube ja, sie steckt auch noch immer ein Stück Papier in die Computer-Tastatur, um darauf zu schreiben, beim Verbinden eines Telefongesprächs stöpselt sie bestimmt irgendwelche Kabel um… . Naja, das mit den Kabeln könnte sogar wirklich stimmen, denn Gespräche übergeben kann sie tatsächlich nicht. Das aber nur nebenbei.

Eines steht fest: Gedanken über das Orchideenmedium Internet und seine dämonischen Auswüchse macht sie sich nicht. Da ist sie im Hause immerhin nicht allein. Was sie sicherlich freuen wird. Die Dame erweist sich dabei übrigens als extrem beratungsresistent. Mehr als einmal wurde sie schon gebeten, E-Mails doch einfach weiterzuleiten. Die jeweilige Adresse - die sich ja immer nach dem ein und dem selben Schema zusammensetzt… “ätt, wie schreibt man das nochmal…” - findet man im verlagsinternen Adressbuch. “Äh, …wo?” Quelle Maileur!

Jetzt gibt’s ja schlimmeres, als dass eine Mail auf einem Blatt Papier in die Redaktion flattert. Blöd ist nur, wenn auch die internen Postverteiler die essenziellen Grundlagen des Postwesens nicht ganz verstanden haben. Was ist Absender, was Empfänger? In einer Lokalredaktion besonders schmerzlich, wenn das nicht klappt. Täglich landen auf unseren Schreibtischen Briefe aus den Kommunen, die zum Redaktionsgebiet gehören. Dass der Brief vorbildlich adressiert ist - Wurscht. “Da steht doch Neckargemünd drauf!”, ist der Bote mit unschuldigem Gesicht überzeugt. “Stimmt, als ABSENDER…”
Man stelle sich das mal bildlich vor: Im ganzen Haus irren Papier-E-Mails herum. Mit diversen Hauspostboten dran. Stapelweise, das Papier. Und die Boten-Herzchen suchen verweifelt nach dem Absender… Quelle Maileur!

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Posted by: Micha | 13. Mai 2008

In Würde altern

Irgendwie gewinnt man den Eindruck, die Fußballsaison nähert sich ihrem Ende, ein Vakuum bis zur Europameisterschaft entsteht. Das gilt es natürlich medial zu verhindern. Mit allen Mitteln. Und wenn man sich dazu alternder Kicker bedienen muss, die die Wahrheit künftig außerhalb des Platzes suchen. Zwei Beispiele:

1. Oliver Kahn: Der Titan geht. Also er hört auf am Saisonende, beißt in keine Ohrläppchen mehr, Kung-Fu-Sprünge sind in seinem Alter nicht mehr drin. Und Interviews gibt er auch keine mehr. Schade. Dafür nimmt er sie eher, die Interviews. Kahn geht nämlich zum Fernsehen, wird zum ZDF-Netzer, nur mit anderer Frisur. “Experte”, nennt sich das, was er künftig neben Johannes - “war das Odonkor oder Asamoah?” - B. Kerner spielen soll. Man kann nur fürs ZDF hoffen, dass er da nicht den Kasten dicht macht. Wie auch immer: Ich freu mich auf Kahn’sche Analysen wie die folgende. Johannes B.: “Olli, was meinst Du, müsste taktisch verändert werden?” Olli: “Eier, wir brauchen Eier!

2. Luis Figo: Mit Tieren hat’s der portugiesische Beau nicht so. Vor Jahren verschmähte er zunächst ein Spanferkelkopf, den ihm wohl eine Verehrerin in Barcelona zur Eckfahne warf. Dabei wollte sie ihm doch nur etwas Gutes tun. Und nun rauscht es im Blätterwald erneut ganz gehörig, weil der 35-Jährige angeblich eine schwarze Katze überfahren haben soll. Mit Absicht! Sagt zumindest eine italienische Nachrichtenagentur, auf die sich der Sportinformationsdienst beruft, auf den sich jede Zeitung, die gerade Platz zu füllen hat, bezieht. Die Nachrichtenschreiber wussten diesbezüglich übrigens, dass Luis der Meinung war, das Tier würde seiner Mannschaft Unglück bringen. Figo dementiert zwar vehement, hat aber trotzdem gewaltig Ärger mit den Tierschützern an der Backe. Immerhin weiß er bei Inter Mailand einen Samtpfoten-Freund an seiner Seite. Den Italiener Marco Materazzi. Wer war das nochmal? Genau, der hat sich auch schon einmal mit einer Katze angelegt. “Zizou“, hieß die. Die war aber weiß. Und wusste sich zu wehren.

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Posted by: Micha | 12. Mai 2008

Gutmensch vs. Stringtanga

So, einen Monat isses nun her, dass hier der erste Blog-Eintrag erfolgte. Einen Monat, in dem sich manch ein Internetwanderer zum Dünenwanderer verirrt hat. Oder steuerte er ihn gar gezielt an? Ich weiß es nicht so ganz. Als Fan von Statistiken bin ich jedenfalls ganz und gar fasziniert vom WordPress-Angebot, mir die Suchbegriffe anzuzeigen, die den Suchenden via Google und Konsorten zu mir führten. Und da stellt sich natürlich sofort die Frage: Hat er das, was er suchte, gefunden?

Ich gebe mir wahrlich größte Mühe, den zahlreichen Verirrten im weiten Netz zu helfen, ihnen die richtige Richtung zu weisen, Antworten zu geben. Schließlich bin ich das, was mein Chef einen “Gutmensch” nennt. Ich mache mir daher noch keine Sorgen, wenn jemand auf der Suche nach dem “Maskottchen-Weltrekord” hier landet. Auch wenn das einem zu denken geben sollte. Aber wer so etwas sucht, scheint zumindest keine größeren Probleme zu haben, behaupte ich mal. Und wer zerstreut “Dadideldum” googelt, um dann beim Dünenwanderer zu landen - okay, nimm einfach noch einen Zug… ;-) . Immerhin gab’s derweil noch keine Beschwerden. Das könnte sich allerdings schnell ändern: Denn ob ich die Suchfrage “Wie heißt das Schullandheim bei Rothenburg” zufriedenstellend beantworten konnte, beim Streben nach “gebrauchte Stringtangas” und “Sporthöschen” zu helfen in der Lage war oder ob ich wertvolle Tipps beim Thema “Koffer entsorgen” geben konnte, wage ich nun ernsthaft zu bezweifeln. Außerdem: Da wird so ab und an mein ”Gutmenschen”-Dasein auf eine harte Probe gestellt. Auch wenn ich ein großer Fan von Statistiken bin. Und von Google und Konsorten.

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Posted by: Micha | 11. Mai 2008

Muttertag ist “hammermäßig”

Wer’s noch nicht im Fernsehen, in der Zeitung oder im Orchideenmedium Internet mitgekriegt hat: Heute ist Muttertag. Eigentlich sollte auch ich daher heute meiner Mutter überteuerte Blumen aus einem “Ausflugs-, Erholungs- Kur- oder Wallfahrtsort” mitbringen und mich voller Dank und Ehrerbieten an ihren gedeckten Tisch setzen. Geht aber nicht. Denn meine Eltern sind kurzfristig in Urlaub gefahren.

Mama ist übrigens seit einigen Monaten “im Ruhestand”. Sprich, sie geht nicht mehr jeden Tag ins Büro. Da ist spontanes In-Urlaub-Fahren durchaus drin. Und fährt sie gerade mal nicht spontan in Urlaub, steht sie trotzdem in aller Frühe auf, frühstückt gemeinsam mit meinem Vater, der noch einige Monate ins “Gschäft” fliehen darf. Während dann zu Hause gewirbelt wird. Mama kämpft einen unendlichen Kampf gegen den Staub, den häuslichen Dreck, die schmutzige Wäsche. Abends ist sie dann genauso fertig wie früher. Daher ist und war abendliches Fernsehen-(Schlafen), das “Sich-Berieseln-Lassen” das typische Abendprogramm der beiden.

Wie auch immer. Was ich toll an meiner Mutter finde ist, dass sie trotz des Putz-Stresses noch immer Zeit findet, sich neue Welten zu erschließen. Internet und E-Mailen waren solche ein Fälle. Das klappt inzwischen - obwohl drahtlos - wie am Schnürchen. Surfen, Googlen, Ebayen - alles kein Thema mehr. Digital Fotografieren und die Bilder dann bearbeiten - pah, ein alter Hut. Jetzt ist die weite Welt der mobilen Telefonie dran. Telefonieren ging ja schon. Aktuellstes Projekt: Simsen. “was gar nicht klappt sind die satzzeichen und die grossschreibung”, kam vor ein paar Wochen die Premieren-SMS. Zu Silvester flog dann schon eine professionelle Massen-SMS herbei. Mit Satzzeichen und Großbuchstaben. Gestern erreichte mich das jüngste Tipp-Werk, frisch aus dem Urlaub: “Das Appartement ist hammermäßig!”…

“HAMMERMÄSSIG?” Was soll das denn sein. Dieses Wort soll im Sprachschatz meiner Mutter verankert sein? Was kommt als nächstes? Ist Florian Silbereisen plötzlich “geil”, der nächste Rosamunde-Pilcher-Film “voll fett”? Klingelt ihr Handy demnächst mit dem “Süßen Schnuffel”-Song? Gruselige Vorstellung. Und warum das alles: Nur wegen dem ständigen abendlichen Fernsehen, da bin ich mir sicher. Zuviel Fernsehen schadet nicht nur Kindern, nein, auch den Rentnern. Jawoll. Ich als verantwortungsbewusster Sohn werde da mal erzieherisch eingreifen. Doch vielleicht muss ich gar nicht mehr. Denn Gott sei Dank haben sich meine Eltern ein neues Hobby zugelegt. Nein, keine LAN-Partys feiern. Sie gehen wandern. Im Verein. Es besteht also noch Hoffnung. In diesem Sinne: Noch einen schönen Rest-Muttertag!

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