19. Dezember 2009 von Dünenwanderer
Was Günther Jauch kann, kann der Dünenwanderer auch. Naja, so ähnlich halt. Denn gleich kommt er, der persönliche, ganz und gar bibliophile Rückblick aufs Jahr 2009, auf die diesjährige Dünen-Literatur. Mit jeder Menge sinnloser Zahlen. Alles, was Spaß macht also…
Los geht’s: 2009 wurden in den Dünen
- 36 Bücher gelesen (von Anfang bis Ende, die nur angefangenen nicht mitgerechnet),
- das machte 13 201 Seiten
- was, theoretisch, circa 36 gelesene Buchseiten am Tag bedeutet. Ganz okay für einen, der überwiegend vor dem Einschlafen zum Lesen kommt, oder?
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14. Dezember 2009 von Dünenwanderer
Tja, sie ist vorbei, die Ebay-Versteigerung von Thomas Bernhards altem Suzuki Samurai (der Dünenwanderer berichtete). Seit gestern Abend. Mit dem – aus Verkäufersicht – ernüchterndem Ergebnis, dass niemand knapp 30 000 Euro für den 20 Jahren alten Wagen hinblättern wollte, mit dem einer der größten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts einst seine letzte Ausfahrt machte. Und jetzt sollte man eigentlich meinen, dass ja niemand verpflichtet ist, so viel Geld für ein Museumsstück auszugeben. Oder diese Auktion gut zu finden, ob man nun über die Hintergründe Bescheid weiß oder nicht. Demgegenüber scheinen sich aber jede Menge Zeitgenossen geradezu verpflichtet zu fühlen, ihre Meinung zu einem solchen Verkauf kundzutun. Wovon sie bei Ebay auf der Diskussionsseite zur Auktion reichlich Gebrauch machten.
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11. Dezember 2009 von Dünenwanderer
Ganz unten, unscheinbar und dreispaltig versteckte er sich gestern, der kleine SZ-Artikel mit der Überschrift “Letzte Ausfahrt Ohlsdorf”, auf den der Dünenwanderer erst abends hingewiesen wurde. Der handelte von etwas, das wahlweise das Herz eines jeden Bernhardianers höher schlagen oder ihn vor Empörung an die Decke gehen lässt: Dr. Peter Fabjan, Thomas Bernhards Halbbruder, lässt den alten dunkelgrauen Suzuki Samurai aus dem Bernhard’schen Nachlass versteigern, den der sich 1988 gekauft hatte – und das bei Ebay. Man kann sich wohl kaum vorstellen, welche Schimpfkanonade der 1989 verstorbene Österreicher losgelassen hätte, wenn er Ebay oder diesen orchideenmedialen Moloch Internet zu Lebzeiten noch kennengelernt hätte.

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10. Dezember 2009 von Dünenwanderer
Eigentlich klang diese Nachricht uneingeschränkt positiv: Schuster Nick Hornby kehrt zu seinen literarischen Leisten zurück. 14 Jahre nach “High Fidelity” widmet sich der inzwischen 57-jährige Brite mit “Juliet, Naked” endlich wieder der Welt der Pop- und Rockmusik – einer Welt, in der er sich auskennt. Leider, im es vorweg zu nehmen, reicht Hornbys neues Musik-Buch in Sachen Unterhaltung an das alte nicht heran, es wirkt eher wie ein Abgesang eines Autors auf eine einst geliebte Materie.
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24. November 2009 von Dünenwanderer
Der Glavinic war neulich da. In Heidelberg. Und hat aus seinem “Das Leben der Wünsche” gelesen. Kollege Alex und ich hatten anschließend die Gelegenheit, mit Thomas Glavinic zu sprechen. Hier also das, was dabei heraus kam (RNZ-Interview mit Bonus-Tracks quasi…):
Herr Glavinic, verstehen sie Ihren aktuellen Roman eigentlich?
(entsetzt) Nein! Das will ich ja auch nicht. Ich will nicht alles verstehen – nicht als Autor und nicht als Leser. Ich habe auch die Bücher meiner liebsten Autoren – Roberto Bolano, Denis Johnson oder Garcia Marquez – nicht verstanden. Wer versteht denn bitte Bücher? In Wahrheit keiner. Verstehen zu wollen, ist der falsche Zugang zur Literatur. Man kann nur intuitiv ermessen, ob das stimmt, ob es wahrhaftig ist, was da steht.
Oder ob das Geschriebene in mir, dem Leser, etwas auslöst…
Zum Beispiel. Ich will den Menschen beschäftigen. Mit meinen Geschichten, mit sich selbst. Ich will aber niemanden in eine bestimmte Richtung verändern, umerziehen. Ich schreibe über Themen, die jeden berühren: Angst, Einsamkeit und Liebe. Den furchtlosen, uneinsamen, lieblosen Menschen, den gibt es nicht. Na, Hitler vielleicht. Aber der hat am Schluss auch Schiss gehabt. Ich will es zumindest hoffen.
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6. November 2009 von Dünenwanderer
Also, ich kann mir nicht helfen, aber “Deutsches Literaturfernsehen” klingt ein bissel gruselig… Und ist es auch. Ob dem großen Goethe das gefallen hätte? Ich habe da so meine Zweifel. Aber der Dünenwanderer besitzt ja schließlich auch kein “Schriftsteller-Diplom”…
Wer sich selbst ein Bild davon machen will, der klickt einfach hier (wenn schon der Screenshot unten nicht so richtig funktioniert). Aber sagt hinterher nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt!
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